Versicherungsschutz

Empfehlungen in Zeiten der Corona-Krise

06.04.2020 von Dr. Alexander Reicho

Ihr privater Versicherungsschutz

In der Regel lässt sich je nach Ihrer Situation eine Priorisierung Ihrer Verträge durchführen und somit zielgerichtete Maßnahmen einleiten. Handeln Sie hierbei immer bedacht und nicht übereilt.

Oberste Priorität hat weiterhin der Schutz vor nicht kalkulierbaren finanziellen Risiken. Kündigen Sie also niemals Ihre Privathaftpflichtversicherung. Sinnhaft ist natürlich immer eine Überprüfung und Aktualisierung Ihrer Sach- und Haftpflichtversicherungen. Hierdurch lässt sich häufig eine Kostenersparnis bei erweitertem Leistungsumfang erreichen.

Sollten Sie zeitnah Kosten reduzieren müssen, kommt zunächst die Beitragsfreistellung und Stundung statt Kündigung in Betracht. Die meisten Versicherer bieten hier seit der Corona-Krise vielseitige Lösungen an. Stellen Sie dabei sicher, dass die Verträge ohne Einbußen wieder in den gewünschten Zustand nach der Krise versetzt werden können. Hierbei unbedingt Fristen beachten!

Eine besondere Rolle spielen Altverträge im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung. Diese sind unter Umständen sehr wertvoll. Hierbei hervorzuheben ist die steuerliche Behandlung und gewisse Garantiewerte.

Im Bereich der Geldanlage ist die aktuelle Marktsituation von großer Unsicherheit geprägt. Es lässt sich aber vielleicht sogar die Frage stellen, ob nun die richtige Zeit ist an der Börse zu investieren? Dies hängt von vielen Faktoren ab und sollte mit einem Fachmann zusammen erörtert werden. Ähnlich verhält es sich mit der Frage des Verkaufs von Aktien, Fonds usw. in der aktuellen Situation.

Ihr gewerblicher Versicherungsschutz

Zur Absicherung Ihrer Firma haben Sie höchstwahrscheinlich schon Haftpflicht- und Sachversicherungen installiert. Die häufigste Frage, die Gewerbekunden in diesen Zeiten an uns herantragen, ist, ob auf Grund der Corona-Maßnahmen Versicherungsschutz besteht?

Für gewöhnlich ist dies zu verneinen. Im Besonderen leistet eine „normale“ Betriebsunterbrechungsversicherung im Fall von Corona nicht, da üblicherweise ein versicherter Sachschaden vorangehen muss. Beispiele wären hier: Unterbrechungen auf Grund von Feuer, Sturm/Hagel oder auch Einbruchdiebstahl. Diese Versicherung ist natürlich weiterhin ein Muss für die meisten Betriebe!

Der Abschluss von Betriebsschließungsversicherungen ist, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr möglich und solche waren vor der Krise auch nur für wenige Betriebsarten verfügbar. Hier ist abzuwarten, wie sich der Markt nach dem Ende der Krise entwickelt. Aktuell ist leider zu beobachten, dass viele der Altverträge nicht greifen.

Oberste Priorität in Ihrem Unternehmen hat die Schaffung zusätzlicher bzw. die Erhaltung bestehender Liquidität. Hier macht es unter Umständen Sinn, eine Warenkreditversicherung abzuschließen. Diese schützt Sie gegen den Ausfall/Insolvenz Ihrer Auftraggeber.

Zusätzliche Liquidität kann durch die Einrichtung einer Kautions-/Bürgschaftsversicherung generiert werden.

Im Bereich der Kostenersparnis ist ein häufig nicht beachtetes Thema, die eigenständige Transportversicherung. Diese hilft Geld zu sparen, bei gewöhnlich besseren Leistungen.

Ein Thema für sich ist die betriebliche Altersversorgung. Hier lassen sich bestimmte Verträge, die in der Regel der Versorgung der Geschäftsleitung und Führungskräften dienen, nicht ohne Weiteres reduzieren. Hier ist Vorsicht geboten, dass nicht massiv steuerschädlich gehandelt wird!

Abschließend noch ein Hinweis zum Thema Cyber-Versicherung. Gefährden Sie nicht den Schutz Ihrer Cyber-Versicherung, sofern Ihr Unternehmen schon eine besitzt, durch Home Office Arbeit Ihrer Angestellten mit privaten Geräten.